Feedback
zum Verpackungsmaterial-Shop
karton

Über die Herstellung von Karton

22,7 Millionen Tonnen – so viel Papier, Pappe und Karton wurde nach Angaben des Verbands Deutscher Papierfabriken im vergangenen Jahr in Deutschland hergestellt. Aus knapp der Hälfte (etwa 10,2 Millionen Tonnen) entstanden Verpackungen. Vor allem Karton ist dabei als Werkstoff in der verpackenden Industrie kaum wegzudenken: Nahezu in jedem Produktbereich gibt es Gegenstände, die sich damit optimal verpacken lassen. Als Material begegnet Karton uns ausserdem überall: Als Display und Buchdeckel oder als Umverpackung in Form einer Kartonage – beispielsweise als Umzugskarton oder als Milchkarton jeden Morgen im Kühlschrank.

Ursprünglich kommt das Wort Karton aus dem Französischen: „carton“ bedeutet hier soviel wie Pappschachtel. Seinen Ursprung hat der Begriff aber im Italienischen. So wird „cartone“ als eine Vergrösserungsform von „carta“ (Papier) gebraucht. Dies gibt auch schon einen Hinweis auf den Unterschied zwischen Papier, Karton und Pappe: Mit einem Flächengewicht von 130g/m² bis 600g/m² liegt Karton nämlich zwischen dem leichteren Papier (7 bis 150 g/m²) und der schwereren Pappe (ab 600 g/m²). Damit ist  das Material zum einen besonders fest, bleibt aber gleichzeitig flexibel und gut formbar.

Doch wie entsteht nun eigentlich Karton?

Hochwertiger Karton besteht aus einer Mischung aus Zellstoff, Holzschliff und Altpapier in variablen Anteilen und hat normalerweise mindestens drei Lagen. Zellstoff, in seine Fasern zerlegt, wird in einem ersten Schritt zu einem wässrigen Brei zermahlen. Auch das Altpapier wird nach seiner Reinigung zerkleinert. Nach weiteren Bearbeitungsschritten, wie beispielsweise dem chemischen Deinking – einem Prozess, der zum Entfärben dient – wird es als Recyclingmaterial zu einer wässrigen Lösung mit Wasser und Zusatzstoffen vermengt und mit dem Zellstoff vermischt.

Diese Masse kommt auf ein siebartiges Endloslaufband in der Kartonmaschine. Dort richten sich die enthaltenen Fasern nach der Laufrichtung des Siebes aus und mit der Zeit entstehen erste Papierbahnen, die gegautscht werden. Ge…–  was? Keine Sorge, wenn Ihnen dieser Begriff zunächst nichts sagt. Gautschen meint ursprünglich den ersten Entwässerungsschritt bei der Herstellung von Papier. In unserem Fall bedeutet der Fachausdruck, dass die Papierbahnen ohne Einsatz von Klebstoff nass aufeinander gepresst werden, wodurch die einzelnen Kartonschichten entstehen.

In der Kartonmaschine durchläuft die Endlosbahn nach dem Gautschen anschliessend diverse Walz- und Trocknungszylinder, die Kalander. Komplett getrocknet bekommt das Rohmaterial den sogenannten „Strich“: Die weisse Flüssigkeit enthält zum Grossteil Kalk, Füllstoffe und Bindemittel und verbessert die Bedruckbarkeit. Der mit dem „Strich“ versehene Rohkarton durchläuft dann eine weitere Walz- und Trocknungsphase. Je nach Anforderung erhält die „Strich-“Seite von einem verchromten Kalander eine zusätzliche Glättung. Im letzten Schritt wird die Endloskartonbahn in Einzelbogen zerschnitten und palettiert – und ist bereit für unterschiedliche Einsätze.

Mal ehrlich: Hätten Sie gedacht, dass so viel Arbeit in einem Alltagsmaterial wie Karton steckt? Die Herstellung ist in der Tat aufwändiger als man denkt. Und jeder Handgriff ist es wert! Seit der ersten Erwähnungen des Werkstoffes Papier rund 200 Jahre vor Christus in China gehört Papier beziehungsweise Pappe und Karton zu den am weitest verbreiteten Werkstoffen. Und ist im Alltag – auch zu Zeiten des Touchscreens- allgegenwärtig.