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Umdenken-Mehrweg-Versand

Mögliche Wege zu mehr Nachhaltigkeit in der Verpackung

Die wirkungsvollste Methode, um Verpackungsmüll zu vermeiden, ist es, Verpackungen zu vermeiden

Das geht an vielen Stellen viel einfacher, als wir uns das in unserem derzeitigen Lebensstil angeeignet haben. Einen grossen Schritt in die richtige Richtung sind sogenannte „Unverpackt-Läden“, die ein Einkaufen mit einer Mindestmenge an Abfall ermöglichen: Der Kunde bringt seine eigenen Mehrweg-Behälter mit- und die dürfen dann gerne auch aus langlebigem, über Jahre wiederverwendetem Plastik sein.

Studie pwc, Februar 2018

Umdenken Lebensmittelverpackungen

 

Punkt 2: Verpackungen optimieren

Es gibt aber auch Bereiche, in denen die Verpackung nicht wegfallen kann. Im Warenversand, beispielsweise, hat die Verpackung die Aufgabe, die Ware während des Versands zu schützen. Ist das Produkt unzureichend verpackt und damit schlecht geschützt, ist die Wahrscheinlichkeit einer Beschädigung hoch. Der Kunde retourniert das Produkt, es wird erneut verpackt. In der Folge haben wir doppelte Transportwege mit doppeltem CO2-Ausstoss, aber auch doppelte Verpackung.

Eine möglichst passgenaue, stabile Verpackung nützt im Versand gleich doppelt der Umwelt

Das Produkt ist weitaus besser geschützt als in einem viel zu grossen Karton. Einige Unternehmen haben aus Gründen der Wirtschaftlichkeit nur Einheitsgrössen auf Lager, die sie für den Versand aller Grössen verwenden. Das (kleine) Produkt wird dann aber, um den idealen Produktschutz wiederherzustellen, mit deutlich viel mehr Füll- und Polstermaterial im Karton gegen Umherrutschen fixiert. Müll, der vermieden werden kann.

Das deckt sich auch mit den Ergebnissen der pwc-Studie:

„Versandverpackungen sollen in erster Linie gewährleisten, dass die Ware den Empfänger unbeschadet erreicht. Zudem sollten die Pakete nach dem Wunsch der Verbraucher nicht viel grösser sein als das Produkt selbst und gleichzeitig stabil genug, um sie für eine mögliche Rücksendung zu nutzen. (…) Drei Viertel würden ein Mehrwegsystem bei Versandverpackungen gutheissen. In der Befragung sagten 76% der Verbraucher, sie fänden es wichtig, dass es alternativ zum Pappkarton oder der Plastiktüte zukünftig ein Rücknahmesystem für Mehrweg-Versandverpackungen gibt, etwa in Form von Transportboxen. Sieben von zehn Befragten wären sogar bereit, für eine solche Mehrweg-Versandverpackung ein Pfand von durchschnittlich 2,49 Euro zu zahlen.“

Studie pwc, Februar 2018

Mehrwegverpackungen im Onlinehandel

 

Punkt 3: Papier statt Plastik

Papier ist eine gute Alternative zu Plastik. Aber: Papier ist nur dann ressourcenschonender, wenn es recycelt wird. Beziehungsweise wenn das Verpackungsprodukt bereits einen hohen Recyclinganteil aufweist! Denn die Herstellung von Papier ist energieaufwändig: Um 100 Kilogramm Papier herzustellen benötigt es beispielsweise 300 kg Holz, 5.000 Liter Wasser, 110 kg CO2 und 1.000 Kilowattstunden Energie – dazu kommt der Einsatz von Chemikalien.

Alternative Rohstoffe

Die genannten Massnahmen liegen absolut im Bereich des Möglichen und sollten schnellstmöglich für jeden von uns Selbstverständlichkeit werden. Parallel dazu gibt es immer wieder ganz neue Ansätze. Wir haben einige davon auf aiomag.de gefunden und möchten Sie Ihnen hier vorstellen.

Wir sind gespannt, welcher davon sich durchsetzen wird!

Mit Gras und Heu verpacken

Wir hatten an dieser Stelle 2016 bereits darüber berichtet, nun hat der Karton aus Gras seine Testphase hinter sich und wurde bereits am Markt eingeführt:

Der Hersteller Avery Dennison hat eine biobasierte Polyethylen-Folie entwickelt, die auf Basis von Zuckerrohr statt von Erdöl hergestellt wird.

Karton aus Gras: Wie ein neuer Rohstoff den Karton noch „grüner“macht

Kompostierbare Flasche aus Pflanzen

Auch das österreichische Unternehmen naku setzt auf Zucker: Ihr „natürlicher Kunststoff“ ist nicht nur unbedenklicher als Plastik, weil die beispielsweise auf Weichmacher verzichtet, sie ist auch noch deutlich günstiger in der Herstellung und biologisch abbaubar.

Das Fair-Fashion-Label Armedangels nutzt diesen Rohstoff bereits für seine Sendungen. Gehäckseltes Heu funktioniert aber auch bei Obst und Gemüse und wird dort bereits von einigen Supermarktketten eingesetzt. Bild

Verpackung aus Pilzen als Alternative zu Airpop

Styropor oder Airpop ist leicht und daher bei der Verpackung beliebt. Mithilfe eines neuen Verfahrens soll nun ein Material entwickelt werden, das dieselben positiven Eigenschaften aufweist und aus einem Gemisch aus Bioabfällen und Pilzen hergestellt wird. Das Unternehmen Ecovative ist zum Beispiel mit dem Möbelkonzern IKEA in Kontakt.

Zuckerrohr statt Polyethylen

https://aiomag.de/plastikmuell-recycling-so-entstehen-in-rotterdam-gruene-inseln-15883

Und hier die Studie zum Thema „Verpackungen im Fokus – Die Rolle von Circular Economy auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit“ (pwc) in voller Länge:

https://www.pwc.de/de/handel-und-konsumguter/pwc-studie-verpackungen-im-fokus-februar-2018-final.pdf

Und so setzen wir das Thema um: Umweltschutz bei Rajapack.