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Kommissionieren

Modernes Kommissionieren in Industrie 4.0

Der Onlinehandel boomt nach wie vor. Jährlich werden online neue Rekordumsätze erzielt. Schon heute wird mehr als jeder achte Euro im E-Commerce und nicht im stationären Einzelhandel ausgegeben. Im vergangenen Jahr machten allein die grössten drei Onlineshops zum Beispiel in Deutschland einen Nettoumsatz von 13,69 Milliarden Euro. Amazon dominiert den Markt mit 9,3 Milliarden, gefolgt von Otto mit 2,99 Milliarden und Zalando mit 1,4 Milliarden Euro. Damit liegen die drei Onlineshops uneinholbar vorn.
Hinter den hohen Umsätzen steht ein enorm grosser logistischer Aufwand: Denn die richtige Ware soll unbeschadet und vor allem schnell beim Kunden ankommen. Ein zentrales Element der Logistikkette ist die Kommissionierung.

Automatisierung im Lager

Darunter fällt beispielsweise auch die Zusammenstellung verschiedener Waren für den Versand. Doch nicht jede effiziente Lagerhaltung muss auf einen hohen Automatisierungsgrad zurückgreifen. Für mittelständische Unternehmen ist das in der Regel auch eine Kostenfrage und meistens ist für diese Betriebe die Investition zu hoch und rechnet sich langfristig nicht.

In Lagern, in denen die Industrie 4.0 noch keinen Einzug erhalten hat, geht der Arbeiter zu den unterschiedlichen Regalen und sammelt die bestellten Waren ein. Um die Vorteile moderne Technologien zu nutzen, ist kein grosser Investitionsaufwand notwendig. Schon mit kleinen Anpassungen lassen sich grosse Veränderungen in der Lagerhaltung erreichen.

Moderne Technologie für moderne Lagerhaltung

Bei Barcodes handelt es sich bei weitem um keine neue Technologie. Dennoch bilden die Strichcodes die Grundlage für eine moderne Lagerhaltung. Denn durch den individuellen Code der Güter kann das System die Position der Ware im Lager sowie die Warenein- und -ausgänge protokollieren. Jedes Produkt ist mit einem Barcode versehen. Beim Einlagern und Entnehmen werden die Produkte jeweils gescannt: Dadurch werden die Warenaus- und -eingänge überwacht und protokolliert. Mit diesen Massnahmen ist man dem Ziel moderner Lagerung in Zeiten von Industrie 4.0 ein Stück nähergekommen. Das System erfasst den Bestand zu jeder Zeit und gibt Auskunft darüber, wo welche Güter in welcher Anzahl zu finden sind.

Doch diese Technik ist fehleranfällig. Wird der Code nicht richtig ausgelesen, muss die Seriennummer vom Mitarbeiter manuell erfasst werden. Und genau dabei steigt die Fehlerquote und es entstehen Zeitverluste.

Kommissionieren mit Datenbrillen: Pick-by-Vision

AR, Augmented Reality, steht für die Verknüpfung von digitalen Daten mit der Realität: Die Realität wird sozusagen erweitert. Methoden, die auf Augmented Reality zurückgreifen, sind in der Logistik überaus vielversprechend. Immer mehr Unternehmen setzen diese neuen Technologien in der Lagerhaltung bereits ein. Eine davon ist die Pick-by-Vision. Darunter versteht man eine Innovation in der Logistik: das Kommissionieren mit Datenbrille. Dem Kommissionierer werden die benötigten Informationen über eine Datenbrille direkt im Blickfeld angezeigt:

  • Lagerplatz
  • Artikel
  • Entnahmemenge
Datenbrille Kommissionierung

Die Vorteile von AR beim Kommisionieren

Dadurch können die Prozesse im Lager zeitsparend und unkompliziert gestaltet werden. Denn die Datenbrille berechnet die Aufträge so, dass der Mitarbeiter die Waren laufwegoptimiert aus den Regalen nimmt und dadurch weniger Zeit benötigt. Zusätzliche Sensoren wie eine integrierte Kamera zum automatischen Scannen des Barcodes in der Datenbrille, eine Waage auf dem Kommissionierwagen oder FRID-Armbänder, die das Einsammeln des richtigen Objekts bestätigen, helfen mit, die Fehlerrate bei der Kommissionierung deutlich zu verringern. Aber nicht nur die Fehlerquote sinkt, der Mitarbeiter in der Kommissionierung wird entlastet und profitiert von ergonomischen Vorteilen:

  • Ohne Scanner hat der Arbeiter beide Hände frei und kann sich ganz auf die Arbeit konzentrieren.
  • Unnötige Laufwege werden durch die Planung des Systems vermieden.
  • Durch die vereinfachten Arbeitsabläufe sinkt die Belastung im Arm- und Handbereich sowie im Nacken.
  • Zusätzlich können Hinweise zur Arbeitssicherheit und Arbeitsschutzkleidung eingeblendet werden, bspw. beim Heben schwerer Gegenstände.

Mehr Flexibilität durch AR

Ein weiterer Vorteil von Datenbrillen und Augmented Reality ist die Flexibilität. Wird das Lager erweitert oder umstrukturiert, muss man nur die Konfigurationsdatei anpassen. So entstehen kaum zusätzlicher Aufwand und Kosten.

Wie das genau funktioniert, zeigt das Video:

Aber auch die Auswahl des passenden Lagerverfahrens spielt beim Kommissionieren eine wichtige Rolle: Kommt die ABC-Methode zum Einsatz, erreicht der Kommissionierer die häufigsten Artikel, ohne sich zu bücken oder stark nach oben greifen zu müssen.

Höhere Mitarbeiterzufriedenheit durch besseres Handling

Besseres Handling erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit und bindet die Fachkräfte langfristig an das Unternehmen. Studien zeigen, dass 30 Prozent der Arbeitnehmer negativ gegenüber ihrem Arbeitgeber eingestellt sind, wenn keine zeitgemässen Technologien eingesetzt werden. Bei immer mehr Mitarbeitern ist die technische Ausstattung bei der Entscheidung für ein Unternehmen ausschlaggebend. Durch den Einsatz von Hilfsmitteln wie Datenbrillen und Augmented Reality erhält das Unternehmen ein innovatives Image, wirkt attraktiv für potentielle Arbeitnehmer und bindet die aktuellen Mitarbeiter langfristig.

Datenbrillen: Die Technologie der Zukunft?

Der Einsatz von Datenbrillen und Augmented Reality bietet ein großes Potenzial in der Logistik. Die Technologien ermöglichen es auch kleinen und mittelständischen Unternehmen, die Lagerhaltung zu modernisieren und die Vorteile der Industrie 4.0 zu nutzen. Dadurch wird nicht nur die Effizienz gesteigert, es werden auch die Mitarbeiter entlastet. Was wiederum nachhaltig auf das Image des Unternehmens einzahlt.Wer den Einsatz von Datenbrillen plant, sollte diese vier Schritte befolgen: 

Festlegung der Ziele

Welche Arbeitsschritte sollen abgebildet werden? Wie werden dadurch die Mitarbeiter entlastet? Welche Technologien können eingesetzt werden? In der Grundlagenplanung ist es besonders wichtig, die konkreten Anwendungsfälle abzubilden und die Anforderungen zu beschreiben.

Auswahl der Hard- und Software

Für die ausgewählten Anwendungsfälle und zu unterstützenden Arbeitsplätze gilt es, die entsprechende Hardware auszuwählen: Datenbrille, FRID-Armbänder, Waagen und vieles mehr. Darüber hinaus müssen Entscheidungen zum Softwareanbieter getroffen werden: Ist das System cloudbasiert? Oder läuft es auf firmeneigenen Servern?

Testphase

Ist die Vorarbeit geleistet, wird ein Pilotprojekt erstellt. Hier werden die Mitarbeiter miteinbezogen, damit diese das System auf Herz und Nieren prüfen. Erst wenn alle Optimierungen abgeschlossen sind, erfolgt der Rollout.

Umsetzung

Das System wird für das Lager übernommen. Wichtig ist die Schulung der Mitarbeiter, damit diese den Umgang mit der neuen Technologie lernen, aber vor allem auch die neue Arbeitsweise akzeptieren.