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Schutzbrille

Kennzeichnung auf der Schutzbrille

Was sagt die Kennzeichnung auf der Schutzbrille aus? Damit nichts ins Auge geht…

Kennen Sie das auch? Während Sie, immer hektischer werdend, Ihre Brille suchen, wird das Grinsen Ihrer Kollegen immer breiter. Warum feixen die so? Irgendjemand erbarmt sich dann schliesslich und signalisiert Ihnen: Die Brille sitzt auf Ihrer Nase!

Glückwunsch: Die besten Brillen sind die, die man gar nicht merkt! Bei der Schutzbrille ist das nicht anders. Nur wenn der Trage-Komfort gegeben ist, werden die Brillen auch nach Vorschrift getragen. Für manche Berufsgruppen bedeutet das: Mehrere Stunden am Tag. Ist der Sitz der Schutzbrille unangenehm oder ist die Sicht eingeschränkt, wird sich vermutlich manch einer mehr auf Glück und (vermeintliches) Augenmass verlassen. Mit fatalen Folgen: 2013 wurden der Berufsunfallversicherung (BUV) sage und schreibe 29.677 Arbeitsunfälle gemeldet, bei denen die Augen betroffen waren. Das macht, mit 12,2% Rang Drei aller gemeldeten Unfälle. Lediglich Hand, Finger und Handgelenk waren mit 31,2% öfter betroffen; Unterschenkel, Knöchel und Fuss mit 15,6% auf Rang zwei.

Die drei verschiedenen Unfallarten

Je nach anfallender Arbeit unterscheidet man unter drei Arten der möglichen Augengefährdung:

Der mechanischen Einwirkung ((Schläge, Stösse, Stiche, Fremdkörper), der chemischen Einwirkung (feste, flüssige, gasförmige Stoffe) und der Gefährdung durch optische Strahlung (Verblitzen beim Schweissen, UV-Strahlung).


Welche Brille eignet sich wofür? Und woran erkenne ich das?

Dabei hätte in den allermeisten Fällen mit der richtigen Schutzbrille Schlimmeres  vermieden werden können. In der Norm EN 166 sind alle massgeblichen Anforderungen an den persönlichen Augenschutz geregelt (je nach Einsatzbereich darüber hinaus EN 167 bis EN 175, EN 379). Die beiden Bestandteile einer Schutzbrille (Sichtscheiben und Tragkörper) sind jeweils mit einer Kennzeichnung versehen. Schutzbrille

Strahlung, Widerstandsfähigkeit und Sehvermögen

Für die Einordnung in die verschiedenen Schutzklassen gibt es vordefinierte Tests und Kennzahlen,  die eine Schutzbrille je nach Kategorisierung zu erfüllen hat. Insbesondere in Bezug auf mechanische Widerstandsfähigkeit (umherfliegende Teilchen, Späne…) und die Schutzstufe gegen Strahlungen (Norm EN 170) sind hier relevant. Daneben wird auch die optische Klasse kategorisiert. Sie gibt Auskunft darüber, ob und in welchem Masse die Schutzbrille möglicherweise die Sicht einschränkt. Die Klassifizierung reicht dabei von 3 (Tätigkeiten, bei denen die Schutzbrille kurzfristig getragen wird und eine optimale Sicht nicht im Mittelpunkt steht) bis 1 (Tätigkeiten, die auch über eine längere Dauer eine exzellente Sicht voraussetzen).Schutzbrille

Asphärische und sphärische Brillen

Gerade wenn es auf ausgezeichnete Sicht ankommt, empfehlen sich Brillengläser mit einer asphärischen Oberfläche. Während bei einer sphärischen Krümmung der Brillengläser (die Krümmung verläuft konstant bis hin zum Rand) die Sicht in den Randbereichen immer unschärfer wird, wirken die asphärischen Brillengläser diesem Effekt entgegen. Dank abnehmender Krümmung zum Rand hin bieten asphärische Sichtgläser eine optimale Sicht im 180°-Bereich. Unabdingbar, wenn die Brille über einen längeren Zeitraum getragen wird – abgesehen von der unschärferen Sicht ist die Gefahr von Schwindelgefühl und/ oder Kopfschmerzen beim längeren Tragen der sphärischen Brillengläser deutlich höher.

Und welche Schutzbrille trage ich als Brillenträger?

Nicht jede Schutzbrille eignet sich als Überbrille. Abgesehen vom Bequemlichkeitsfaktor sitzt die Schutzbrille eventuell auch nicht mehr dicht genug, um zum Beispiel Schutz vor seitlich einfallender Strahlung oder Feinstaub zu gewährleisten. Wird die Schutzbrille regelmässig und für längere Zeit getragen, empfiehlt sich das Anpassen von Korrekturgläsern in jedem Fall. Gemäss der Berufsgenossenschaftlichen Regel BGR 192 gilt:

„Für kurzfristige Arbeiten über wenige Minuten können zum Beispiel Korb-, Überbrillen oder Visiere getragen werden. Kombinationen mit Korb- oder Überbrillen neigen allerdings zum Beschlagen, können dadurch zu zusätzlichen Gefährdungen führen und werden deshalb erfahrungsgemäss oft abgelehnt. Ausserdem verursachen derartige Kombinationen oft Doppelbilder oder Spiegelungen“.

Ist das Tragen einer Schutzbrille über einen längeren Zeitraum für die jeweilige Tätigkeit notwendig, ist der Arbeitgeber demnach verpflichtet (§ 3 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG)) einen entsprechenden Augenschutz auch für fehlsichtige Arbeitnehmer zu gewährleisten und die Kosten für eine Korrekturschutzbrille zu tragen.

Arbeitsschutz ist Pflicht des Arbeitgebers

Dabei ist der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in der Schweiz keineswegs eine freiwillige Massnahme, sondern fest im Gesetz verankert. So regeln gleich mehrere Gesetze, was in punkto Arbeitnehmersicherheit von Betrieben eingehalten werden muss: Das Arbeitsgesetz (ArG), das Unfallversicherungsgesetz (UVG), das Mitwirkungsgesetz (MwG), das Bundesgesetz über die Produktesicherheit (PrSG) sowie das Chemikaliengesetz (ChemG). Eine gute Übersicht über die geltenden Rechtnormen finden Sie hier.

Weiterführende Informationen:

http://www.suva.ch/startseite-suva/service-suva/sicherheitsprodukte-suva/persoenliche-schutzausruestung-suva.htm

http://www.suva.ch/startseite-suva/service-suva/kommunikation-suva/podcasts/podcast-einen-augenblick-bitte-suva/podcasts-tv-spots-suva.htm