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Gleitreibwert und Rollenbahn

Gleitreibwert bei maschineller Verarbeitung im Versand

Wenn etwas reibungslos läuft, ist das immer eine gute Sache. Wirklich? Bei DHL haben Sie uns etwas anderes erzählt. Und zwar von Folienversandtaschen, die aufgrund zu geringer Reibung nicht über die Rollenbahnen laufen können und daher zu hunderten (tausenden?) in grosse Auffangbehälter fallen. Dort werden sie dann einmal am Tag von Hand weiterverarbeitet. Das ist im Einzelfall ärgerlich und bedeutet, dass Ihre Ware bereits einen Tag früher hätte beim Kunden sein können. Fallen bei der manuellen Nachbearbeitung jedoch zahlreiche Sendungen von ein und demselben Versender auf, hat das weitreichendere Konsequenzen: In solchen Fällen kommt es vor, dass DHL Kontakt mit dem Absender aufnimmt und die zukünftige Verarbeitung von diesen Sendungen ablehnt.

Uff. Reibungslos ist anders! Wir haben daher bei DHL nachgehakt und haben erfahren, was aus Beförderungssicht einen „guten“ Versandbeutel ausmacht. Und sind bei der ISO Norm 8295 fündig geworden:

Wann immer zwei Oberflächen im direkten Kontakt aufeinandertreffen, findet eine Mikroverzahnung statt: Die Oberflächen, abhängig vom Gleitreibwert der Materialien, greifen mehr oder weniger ineinander und bremsen somit die Bewegung ab. Es gibt etliche Sportarten, die sich das Prinzip der Reibungsminimierung zunutze machen: Der Ski wird vor der Abfahrt noch einmal gewachst, das Eis vor dem Curling-Stein wird gewischt – um Schmutz zu entfernen, aber auch um das Eis zu erwärmen und dem Stein somit eine möglichst lange Gleitphase auf dem Wasserfilm zu ermöglichen.

Der Gleitreibwert macht den Unterschied

Der Gleitreibwert wird angegeben in µ und definiert sich aus den beiden aufeinandertreffenden Materialen und der damit einhergehenden Oberflächenstrukturen. Gewicht der Objekte sowie die Auflagefläche spielen keine Rolle; eine grosse Rolle spielt dagegen, ob eine Oberfläche nass, trocken oder womöglich sogar fettig ist. Je höher der Wert (er wird anhand spezieller Prüfverfahren festgestellt und beträgt maximal: 1µ*), desto höher ist die „Verzahnung“ der beiden Materialien miteinander. Holz auf Holz (trocken) beispielsweise hat einen Gleitreibwert zwischen 0,3µ und 0,5µ, Stahl auf Eis – zum Beispiel beim Schlittschuh- einen Wert von 0,03µ.

Zurück von der Eisbahn zur Rollenbahn: Damit eine Folie bei DHL maschinell registriert und befördert werden kann, muss sie einen Gleitreibwert zwischen 0,15µ und maximal 0,20µ erfüllen (ISO 8295). ecco: Das tut er, der Eco! Mit unseren blickdichten Versandbeuteln Eco ist also auch der Versand von grossen Mengen reibungslos und ohne Verzögerungen möglich. Er kann dank seiner Materialbeschaffenheit maschinell verarbeitet werden.

Dass es durchaus auch Sinn machen kann, die Reibung zu erhöhen, beschreiben wir in Kürze in unserem Blog zum Thema Ladungssicherung!

* Nicht verwechseln: µ (sprich: mü) wird auch als Angabe für Materialstärke angegeben. Hier bedeutet µ Mikrometer (oft auch: µm) und entspricht 1/1000 Millimeter.