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Bretter, die die (Export-) Welt bedeuten: Die Europalette

Neun Holzklötze, elf Bretter und 78 Spezialnägel, eine relativ einfache Konstruktion also und doch hat sie die Transportbranche revolutioniert. Seit nunmehr über 50 Jahren sorgt die Erfindung der „Europoolpalette“ dafür, dass Waren genau an den Ort gelangen, an dem sie benötigt werden. Die Europalette oder kurz FP (Flachpalette) kann eine beliebige Palette aus dem Tauschsystem des Europools sein. Sie ist eine durch EN 13698-1 genormte, mehrwegfähige Transportpalette. Die Grundfläche beträgt 1200 × 800 × 144 mm (Länge × Breite × Höhe), das Gewicht, je nach Feuchtigkeit des Holzes, 20 – 24 Kilo. Die Europalette ist eine sogenannte Vierweg-Palette, d.h. sie kann von allen vier Seiten durch automatische Flurfördergeräte, Gabelstapler oder Hubwagen aufgenommen und transportiert werden. Europaletten sind von der internationalen Eisenbahgesellschaft UIC (Union Internationale des chemins de fer) genormt und entsprechen den Vorschriften der European Pallet Association. Erfunden wurden die Europaletten, die bis zu 2,5 Tonnen tragen kann, wahrscheinlich von deutschen Eisenbahnern, die nach einer Lösung suchten, Güter auf eine leichtere Art als durch das Schleppen von Säcken auf die Eisenbahnen zu verladen (Quelle:www.zeit.de) . Anfang 1961 wurde dann von einigen Deutschen Eisenbahnen, welche in der Vereinigung der Internationalen Eisenbahnen organisiert sind ein Vertrag über tauschbare Paletten mit dem Namen Europalette unterschrieben. Somit verpflichteten sie sich zur Einhaltung der Norm, zur Herstellung und Reparatur der Europaletten. Diese Überwachung/Einhaltung wurde im europäischen Palettenpool vertraglich festgehalten. Mitte der 70er Jahre übertrug die Deutsche Bundesbahn dann die Rechte an den Zeichen DB, RAL-RG 993, ovales O sowie dem EPAL-Zeichen an die „Gütegemeinschaft Paletten . Die Zeichen wurden damit markenrechtlich geschützt. Heute sind weltweit ca. 500 Millionen Stück dieser nützlichen Holzträger im Umlauf (Quelle:www.weser-kurier.de). Sie sind zu einer Art Tauschwährung geworden, man bekommt also immer so viele Tauschpaletten zurück, wie man Paletten mit Waren liefert. Europaletten dürfen nur durch autorisierte Mitgliedsbetriebe hergestellt und repariert werden. In Deutschland kontrolliert die Societé Generale de Surveillance Holding Societé général de surveillance Holding (SGS), die Hersteller. Es gibt zahlreiche Bestimmungen darüber, wie eine Europalette auszusehen hat, so kann man Fälschungen leichter erkennen.

Die Kennzeichen einer Europalette sind laut EPAL:

  •   Die Kennzeichnung EPAL am linken Eckklotz. Sie ist nicht zwingend notwendig, sondern nur ein Qualitätszeichen, wird aber oft verlangt
  • Den Hersteller-Code, eine Signierklammer der Prüfer und eine Kennzeichnung der zur Herstellung zugelassenen Bahn (z. B. „CH“ für die  Schweiz)
  • Bei reparierten Europaletten einen runden Prüfnagel am mittleren Klotz auf einen der beiden Längsseiten
  • Das Zeichen des Europäischen Paletten-Pools EUR am rechten Eckklotz

Auch für den Tausch gibt es einige Punkte, die beachtet werden müssen, damit die Paletten getauscht werden können (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Europoolpalette)

  • Es muss sich um eine Europalette gemäss den Qualitätsunterschieden handeln.
  • Der Versender muss bei der Auftragsvergabe auf die Europalette hinweisen
  • Die Anzahl der Europaletten muss auf den Frachtpapieren vermerkt sein
  • Der vom Spediteur beauftragte Frachtführer muss – in der Regel auf den Frachtpapieren/Lieferschein – die Anzahl der beim Kunden übernommenen Europaletten quittieren.

Palettentausch ist allerdings nicht in allen Ländern möglich. Sie ist eine individuelle Vereinbarung zwischen Versender und Empfänger. (http://de.wikipedia.org/wiki/Europoolpalette)

  • vom Absender Europaletten zur Verfügung gestellt werden, welche nicht den oben genannten Kriterien entsprechen
  • beim Empfänger keine Europaletten in den oben genannten Kriterien vorhanden sind
  • der Empfänger diese Europaletten mit gekauft hat

Auch die Zukunftschancen für die Europalette sind sehr gut, da sie dank ihres Materials sehr umweltfreundlich sind. Ab nächstes Jahr steht ausserdem eine Neuerung an: Es soll ein RFID-Funkchip eingefügt werden, mit dessen Hilfe das Logistikunternehmen jederzeit nachvollziehen kann, wo die Ware ist und wann sie voraussichtlich den Empfänger erreicht.

Titelbild: © s.media / pixelio.de (www.pixelio.de)