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Exportverpackungen

10 Tipps für sichere Exportverpackung

Schweizer Exporte auf Wachstumskurs: Für das vergangenen Jahr meldet die Eidengössische Zollverwaltung (EZV) bei den Exporten einen Zuwachs von 5,7%. Somit exportierten die Schweizer, hauptsächlich an Deutschland (46 Mrd. CHF) und an die USA (40 Mrd. CHF), Waren im Wert von insgesamt 233 Milliarden Schweizer Franken.

Chemisch-pharmazeutische Erzeugnisse führen die Liste der Exportgüter mit grossem Vorsprung an, sie stellen 34,3% aller Exporte mit einem Warenwert von 104 Mrd. CHF, gefolgt von Edelmetallen und Schmucksteinen (22,4%) sowie Uhren und Bijouterie auf Platz drei mit 16,3% und einem Warenwert von 50 Milliarden Schweizer Franken.

Quelle: Schweizerische Aussenhandelsstatistik, EZV

Die passenden Waren für den Weltmarkt herzustellen ist das Eine, diese dann auch in passender Form zu versenden das Andere. Auf die Wahl der optimalen Exportverpackung kommt es daher an, um Beschädigungen oder Verschmutzungen zu verhindern. Denn erst die richtige Verpackung ermöglicht den sicheren und schnellen Güterumschlag. Neben der Schutzfunktion einer Verpackung muss diese auch allen logistischen Anforderungen genügen.

Das Exportgut passiert dabei viele Stationen: Logistikunternehmen, Spediteure, Verlader und Kunden. Und alle erwarten den einfachen und wirtschaftlichen Umgang mit der Sendung. Darüber hinaus gelten Exportvorschriften, die berücksichtigt werden müssen.

Funfact: In 2018 führte die Schweiz 294 Tonnen Korkzapfen ein. 60% davon stammten aus Portugal. Seit 2000 ist die Menge an importierten Korkzapfen um zwei Drittel zurückgegangen…

Quelle: UN Comtrade


10 Tipps für den sicheren Versand ins Ausland

Generell hat Verpackung immer die Aufgabe, den Inhalt zu schützen. Beim Versand von Waren ins Ausland spielt das eine besonders grosse Rolle. Die Sendung ist länger unterwegs und wird durch häufiges Verladen viel mehr Erschütterungen und möglicherweise auch unterschiedlichen Klimazonen ausgesetzt. Damit die Ware unbeschadet an den Empfänger geliefert wird, ist die Exportverpackung das A und O. Auch grosse und schwere Güter müssen so verpackt werden, dass sie nicht beschädigt werden und selbst keinen Schaden verursachen.

1. Palletierung


Warenpakete auf einer Palette zu stapeln, reduziert zum einen das Schadensrisiko und spart zum anderen Platz und möglicherweise Transportkosten. Ausserdem ist die Palettierung für die Teilnehmer in der Lieferkette von Vorteil: Die Sendung kann einfach mit dem Hubwagen oder Gabelstapler transportiert werden. Durch den einfachen Transport mit Maschinen wird sowohl Zeit als auch Energie gespart. Die Waren werden gebündelt und sicher ans Ziel geliefert.

2. Umreifung

Als Umreifung bezeichnet man das Sichern von Verpackungseinheiten mit einem Verschlussband: Die Ware wird innerhalb kurzer Zeit rutschsicher fixiert und bietet dadurch eine höhere Transportsicherheit. Das Zusammenschnüren der Wareneinheiten reduziert den Verlust von Einheiten und erschwert den Diebstahl einzelner Pakete. Je nach Packstück erfolgt die Umreifung manuell oder automatisch. Abhängig von den Anforderungen an die Bänder wie Oberflächenschonung, Flexibilität oder Biegsamkeit kommen Materialien aus Textil, Kunststoff oder Stahl zum Einsatz.

Wie das mit einem halbautomatischen Hand-Umreifungsgerät funktioniert, demonstriert das Video:

3. Hohlraumfüllung

Die Ware sollte in der Verpackung so wenig Raum wie möglich haben. Das stellt sicher, dass der Inhalt durch Herumrutschen im Versandkarton nicht beschädigt wird. Bei großen und schweren Waren ist das besonders wichtig, da die Gefahr besteht, einen Schaden an anderen Sendungen zu verursachen.

Die Verpackungsgröße darf weder zu groß noch zu klein sein. Optimalerweise hat das Produkt noch etwas Abstand zur Außenverpackung. Die Hohlräume werden mit Füllmaterial aufgefüllt und fungieren als Stoßdämpfer. Das Einschlagen in Luftpolsterfolie oder Schaumverpackung schützt die Ware zusätzlich und vermeidet so das Zerkratzen der Oberfläche.

4. Versandvorschriften berücksichtigen

Viele Wege führen ins Exportland…https://www.rajapack.ch/de_CH/kartons-schachteln-container/container-exportverpackung_C1020.html

Beim Export kann die Lieferung schon einmal länger unterwegs sein. Mitunter ein Problem dabei: Einige Gegenstände reagieren auf äußere Einflüsse äußerst sensibel. Wenn Holz nicht ordnungsgemäß gereinigt wird, verrottet es und bietet dann die optimale Brutstätte für Parasiten und Bakterien. Dadurch entsteht die Gefahr einer Übertragung von Infektionen und Krankheiten übertragen. Werden also Güter oder Gefahrengüter nicht wie vorgeschrieben deklariert oder verpackt, besteht die Gefahr, dass der Zoll die Ware zurückhält und gegenüber Exporteur und Lieferant eine Geldbuße erhebt. Vor dem Versand lohnt es sich daher, die Versandvorschriften für die versendete Ware zu prüfen. Grundsätzlich sollten immer Feuchtigkeitsquellen untersucht werden, um möglichen resultierenden Produktschäden wie Fäulnis vorzubeugen.

5. Gefahrgut ermitteln

Potentiell gefährliche Waren sind je nach Risikoeinschätzung in neun Klassen eingeteilt:

  • Klasse 1: Explosivstoffe und Gegenstände, die Explosivstoffe enthalten, z.B. Silvester-Feuerwerkskörper
  • Klasse 2: Entzündbares Gas, nicht entzündbares und nicht giftiges Gas, giftiges Gas, z.B. Sprühdosen
  • Klasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe, z.B. Klebstoffe, Alkohol, Parfüm
  • Klasse 4: Entzündbare feste Stoffe, selbstzersetzliche Stoffe, polymerisierende Stoffe und desensibilisierte explosive feste Stoffe, z.B. Öl-, Binzen- und Dieselfilter oder Magnesiumpulver
  • Klasse 5: Oxidierend (entzündend) wirkende Stoffe, z.B. Düngemittel
  • Klasse 6: Giftige Stoffe und ansteckungsgefährliche Stoffe, z.B. Pestizide
  • Klasse 7: Radioaktive Stoffe, z.B. Sonden, oberflächenkontaminierte Gegenstände
  • Klasse 8: Ätzende Stoffe, z.B. Schwefelsäure, Salzsäure
  • Klasse 9: Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände die in keine andere Gefahrgutklasse fallen, z.B. Asbest, Lithiumbatterien, Airbags

Je nach Klassifizierung gibt es Vorschriften zur Verpackung, Kennzeichnung, Etikettierung und Dokumentation. Um Schwierigkeiten beim Versand zu vermeiden, sollte zunächst in Erfahrung gebracht werden, ob die Ware als Gefahrgut gilt und welche Maßnahmen in diesem Fall zu treffen sind.

6. Gewichtsbeschränkungen beachten

Abhängig von der Größe der Waren ist es hilfreich, die Preisstruktur und Gewichtsbeschränkungen des Spediteurs zu kennen. Einschränkungen gibt es in der Regel nur bei sehr großen und schweren Gegenständen, die nicht palettiert werden können. Aber auch bei kleineren Gütern steigen die Gebühren mit zunehmender Größe und Gewicht. Eine Recherche lohnt sich, denn oftmals können dann zum Beispiel durch anderes Palettieren Kosten eingespart werden.

7. Alle Zollpapiere ausfüllen

Beim Ausführen von Waren aus der Europäischen Union werden verschiedene Warenbegleitdokumente von der Zollverwaltung, vom Bestimmungsland der Ware oder vom Käufer verlangt:

  • EORI-Nummer für die Ausfuhranmeldung
  • Ausfuhranmeldung ab 1.000 € oder 1.000 Kilogramm
  • Je nach Ausfuhrland sind Warenbegleitpapiere beizulegen, darunter fallen Handelsrechnungen, Ursprungszeugnisse, Einfuhrlizenzen um nur einige zu nennen.

Wenn man mit dem Verfahren nicht vertraut ist, empfiehlt sich eine Beratung bei der zuständigen IHK.

8. Exportversicherung abschließen

Im Auslandsgeschäft ist es oft schwierig, das Risiko eines Zahlungsausfalls aufgrund von Krisen oder konjunkturellen Einbrüchen einzuschätzen. Umso wichtiger ist eine Exportversicherung zur Absicherung möglicher Verluste. In Österreich decken Lösungen der OeKB (OESTERREICHISCHE KONTROLLBANK AG) bestimmte Risiken der Exportgeschäfte ab. Die Risiken und Optionen sollten unbedingt berücksichtigt und kalkuliert werden.

9. Carnet ATA bei vorübergehender Ausfuhr

Ein Carnet ATA findet dann Anwendung, wenn Waren nur vorübergehend aus- und wieder eingeführt werden. Das Verfahren ist abgabefrei und kann bei der IHK beantragt werden. Hauptsächlich wird das Carnet ATA bei Handelsmessen mit internationaler Beteiligung eingesetzt. Anstelle einzelner innerstaatlicher Papiere kann es sowohl für die Ausfuhr als auch die Wiedereinfuhr verwendet werden. Ein weiterer Vorteil ist die zügige Grenzabfertigung. Durch die Einsparung von Steuern und Zeit lohnt sich das für viele Unternehmen.

10. Richtig adressieren

In Deutschland gibt es eine Din-Norm zur korrekten Adressierung. Aber nahezu jedes Land gestaltet die Anschrift auf Paketen anders, folgend einige Beispiele:

USA

Zeile 1 – Empfänger
Zeile 2 – Nr. Straße (Typ) (Himmelsrichtung) (Gebäude) (Etage) (Apartment)
Zeile 3 – Ort, Provinz, PLZ
Zeile 4 – UNITED STATES

Japan

Zeile 1 – Empfänger
Zeile 2 – (Gebäude) (Apartment)
Zeile 3 – Nr. Straße
Zeile 4 – Gemeinde
Zeile 5 – Ort, Provinz, PLZ
Zeile 6 – JAPAN

Mexiko

Zeile 1 – Empfänger
Zeile 2 – (Gebäude) (Apartment)
Zeile 3 – Nr. Straße
Zeile 4 – Gemeinde
Zeile 5 – Ort, Provinz, PLZ
Zeile 6 – JAPAN


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